Wie werde ich Lektorin oder Lektor?

Eine Tätigkeit im Lektorat ist für viele Menschen ein Traumberuf. In Manuskripten blättern, mit interessanten Autorinnen und Autoren kommunizieren, am Text feilen,…

Es lässt sich auf jeden Fall festhalten, dass Lektorinnen und Lektoren einen abwechslungsreichen und spannenden Arbeitsalltag erleben. Doch wie findet man in diesen Beruf?

Diese Frage lässt sich nicht ganz einfach beantworten, denn es gibt viele Wege in dieses Berufsbild. Vorab muss man sich auch einmal klarmachen, dass es viele Arten von Lektoratstätigkeiten gibt: VerlagslektorInnen, die für die Programmgestaltung, AutorInnenbetreuung oder Buchmarketing zuständig sind, FachbuchlektorInnen, die mit ihrem Expertenwissen Buchprojekte entwickeln und Fakten prüfen, LektorInnen, die ausschließlich Textarbeit leisten oder freie LektorInnen, die sich neben ihrer Haupttätigkeit auch mit KundInnenakquise oder Buchhaltung beschäftigen müssen.

Generelle Voraussetzungen für eine Tätigkeit im Lektorat sind auf jeden Fall ein gutes Sprachgefühl, exzellente Sprachkenntnisse der Arbeitssprache, Leselust, Neugier und eine gute Allgemeinbildung. In Fachverlagen sind natürlich die jeweiligen Fachgebiete von Bedeutung: Im Schulbuchverlag ist es erstrebenswert, einen pädagogischen Hintergrund zu haben, in einem juristischen Fachverlag findet man oft AbsolventInnen der Rechtswissenschaften. Unsere Verlagsleiterin, Verena Minoggio-Weixlbaumer berichtet beispielsweise über ihren eigenen Werdegang:

„Nach Tätigkeit in verschiedenen Rechtsanwaltskanzleien begleitend zum Jus-Studium (nicht ganz abgeschlossen) war ich als Assistentin der Geschäftsführung im Verlag Juridica tätig. In dem kleinen Sachbuchverlag lernte ich das Verlagshandwerk von der Pike auf (Organisation, Herstellung, Werbung) und wechselte schließlich ganz ins Lektorat über.“

In Österreich gibt es derzeit kein Universitätsstudium, nach dessen Abschluss man perfekt auf eine Lektoratstätigkeit vorbereitet ist. Die meisten LektorInnen verfügen aber über einen akademischen Hintergrund; oftmals sind sie AbsolventInnen einer Geisteswissenschaft. Lehrberufe wie Buch- und Medienwirtschaft oder Buchhandel ermöglichen oft einen Einstieg in das Verlagswesen, aus dem sich dann auch einen Position im Lektorat weiterentwickeln kann. Die Berufsbezeichnung LektorIn ist aber nicht geschützt und bedarf keiner besonderen Berufsausbildung. Die Selbstbezeichnung als LektorIn geschieht also oft schnell, weswegen es leider auch viele schwarze Schafe unter den vielen freien LektorInnen gibt. Das macht die Suche nach einem guten Lektor oder einer guten Lektorin, zum Beispiel für AutorInnen, schwierig.

Was zählt nun, wenn man Lektor oder Lektorin werden möchte?

Als Grundlage empfiehlt sich ein passendes Studium. Möchte man belletristische Werke lektorieren, passt ein Germanistik- oder Literaturstudium. Für Fachverlage kommt ein fachlich fundiertes Studium in Frage. Neben dem Studium ist es wichtig, sich relevante Nebenqualifikationen anzueignen: Layoutprogramme, Branchenwissen, Projektmanagement, etc. Jede Weiterbildung zahlt sich aus! Auch Networking ist wichtig: Kennt man Leute aus der Branche, fällt der Einstieg leichter.

Das Um und Auf auf dem Weg zu einer Position im Lektorat ist aber die Erfahrung, die man am besten durch ein Praktikum oder ein Volontariat erlangt. Der Einstieg in die Branche ist meist etwas schwierig, danach öffnen sich oft eben jene Möglichkeiten, von denen man vorher geträumt hat.

 

Weiterführende Links:

Zweisemestriger Lektoratslehrgang bei Goldegg Training

 Aus- und Weiterbildungen Lektorat bei Goldegg Training

Verein von freien Lektorinnen und Lektoren (Deutschland)

Job-, Praktika- und Volontariatsbörse (Deutschland)

Stellenmarkt Hauptverband des österreichisches Buchhandels

Junge Verlagsmenschen (Deutschland/Österreich/Schweiz: Übersichtseite mit Stellenangeboten und Städtegruppen)

 

 

 

 

 

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