Kleines Buch- und Druckglossar

Ein kleines Glossar für alle, die an der Sprache des Buchdrucks interessiert sind und wissen wollen, wo manche kuriose Begriffe ihren Ursprung haben.
Entnommen aus dem „Buch-, Grafik und Druckglossar: 500 Fachbegriffe der schwarzen Zunft„, Goldegg Verlag, Autor: Elmar Weixlbaumer
Buch- und Druckglossar

Aufklotzen – Das Befestigen von Klischees, Stereos und Galvanos auf Holz, um diese auf Schrifthöhe zu bringen.

Ausklinken – Druckstücke zumeist winklig so ausschneiden, dass ein anderer Teil der Druckform (Satz oder ein anderes Klischee) eingebaut werden kann.

Blaupause – In der konventionellen Druckformenherstellung einfarbig bläuliche Kopie des Druckbogens vor Belichtung auf die Druckplatte. Zweck: Kontrolle des
Standes, der Vollständigkeit, der richtigen Reihenfolge etc. Dient häufig zur Freigabe des Drucks (Imprimatur) durch den Auftraggeber.

Bleisatz – Satz mit beweglichen Lettern. Von Gutenberg erfundenes revolutionäres Prinzip; dominierende Satztechnologie von ca. 1440 bis ca. 1970 n. Chr.

Deckenmachen – Herstellung von harten Bucheinbänden (Hardcovers) in der Buchbinderei.

Dedikationstitel – Eigenes Blatt in einem Buch, das die Widmung enthält; Teil der Titelei (siehe unten)

Einschießen – Das Zwischenlegen von Papier beim Drucken empfindlicher Drucksachen, um ein Abliegen oder Abschmieren des frischen Bogens auf der Rückseite
des nächsten Druckbogens zu vermeiden.

ePub – offenes E-Book-Format mit optionalem DRM. Die Darstellung hängt vom Endgerät ab und ist nicht Bestandteil des E-Books (im Unterschied zu PDF). Ein ePub-File ist ein ZIP-Archiv,
das XML-, HTML-, CSS-, JPG-, PNG- und andere Dateien enthält.

Farbraum – Dreidimensionales Modell zur Beschreibung von Farben. Konkret ist damit derjenige Bereich gemeint, der durch ein bestimmtes (Druck-)Verfahren jeweils dargestellt werden
kann. International gültig ist der CIELAB-Farbraum.

Freischlagen – Begriff aus dem Bleisatz. Flächen ohne Text oder Bild wurden mit nichtdruckenden Bleistücken „freigeschlagen“. Steht auch heute dafür, Flächen frei zu belassen.

Gautschen – [1] Entwässerung des nassen Papierbogens. [2] Taufe der Buchdrucker und Setzer am Ende der Lehrzeit

Handsatz – Gutenbergs revolutionäres Satzverfahren. Bewegliche Lettern aus Blei werden händisch zu einer Zeile zusammengefügt. Die durch Blindmaterial ergänzten Zeilen ergeben aneinandergereiht die Druckform für den Hoch- bzw. Buchdruck.

Holländern – Eine Bindeart, bei der kurze Fäden von innen durch die Lagen geführt werden, deren beide Enden auf der Außenseite herausragen. Nach dem Zusammentragen
verleimt man die Fäden im Buchrücken. Ähnlich funktioniert das Fadensiegeln.

Irisdruck – Spezialdruckverfahren; in ein Farbwerk werden mehrere Farben nebeneinander eingefüllt und gemeinsam auf den Papierbogen gedruckt. Durch die seitliche Verreibung laufen
die Farben in einem definierten Bereich zusammen und es entsteht ein besonderer Farbeffekt. Anwendung z.B. beim Druck von Wertpapieren oder Banknoten.

Korpus – Schriftgrad von 10 Punkt Kegelstärke

Kontern – [1] Begriff aus der Repro; seitenverkehrt stellen. [2] Ein Konterdruck ist ein seitenverkehrter Druck auf der Rückseite.

Lab – Farbraum, der alle wahrnehmbaren Farben beschreibt. Lab ist geräte- und erzeugungsunabhängig, im Unterschied zu RGB oder CMYK. Lab definiert Farben über drei Parameter:
Farbton (Hue, H), Helligkeit (Lightness, L) und Sättigung (Chroma, C). Daher auch der alternative Name HLC.

Marginalie – Auch Randbemerkung oder Randtitel. Anmerkung außerhalb des Satzspiegels, die den Inhalt eines Absatzes, einer Passage, einer Seite etc. zusammenfasst.

Oberlänge – Über die Mittellängen ragende Teile von Buchstaben.

Proportionalschrift – (Fast) alle gebräuchlichen Satzschriften. Die unterschiedlichen Breiten der Buchstaben werden im Gegensatz zur Schreibmaschinenschrift, bei der alle Zeichen
gleich breit sind, berücksichtigt.

Register – [1] Beim Druck z.B. von Büchern soll der Satzspiegel auf der Vorderund Rückseite nach den Regeln der Kunst genau übereinanderstehen. Sie können
die Registerhaltigkeit prüfen, indem Sie ein bedrucktes Blatt gegen eine starke Lichtquelle halten. Auch Zeilenregister genannt, weil die Schriftzeilen auf der Vorder- und Rückseite
genau aufeinander passen sollten. [2] Passgenauer Druck der Farben (Farbregister; Passer). [3] Alphabetisches Verzeichnis (auch Index genannt). [4] Griffregister.

Rupffestigkeit – Widerstand des Papiers gegen das Ausreißen von Papierfasern, wenn sie beim Druck mit der Farbe in Berührung kommen. Teile der Papieroberfläche können durch zu
strengen Farbauftrag „ausgerupft“ werden.

Schimmelbogen – [1] Ein versehentlich nur einseitig bedruckter Bogen. [2] Nicht bedruckter Bogen, weil die Druckmaschine zwei Bogen gleichzeitig eingezogen hat. Kommt aufgrund moderner
Kontrolltechniken kaum mehr vor.

Titelei – Teil des Buches vor dem eigentlichen Textbeginn; besteht in diesem Buch aus Schmutztitel, Haupttitel, Impressum und Inhaltsverzeichnis.

Unterschneiden – Auch Kerning. Verringerung des Abstandes zwischen bestimmten Buchstaben, um unschöne Lücken zu verhindern, z.B. zwischen W und A.

Zwiebelfisch – Buchstaben, die nicht zu der verwendeten Schriftart gehören; auch: durcheinandergebrachte Buchstaben verschiedener Schriftarten.

 

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