Buchbinden: Vom Handwerk zum DIY-Trend

In der Buchbranche gibt es ein zentrales Produkt, um das sich alles dreht: Das Buch. In einem Verlag steht oft der Inhalt, also der Text im Mittelpunkt –Thema, sprachlicher Stil, Optimierungsbedarf und ähnliches– doch auch die Herstellung des greifbaren Produktes darf dabei nicht außer Acht gelassen werden. Ein ansprechend gestaltetes und hochwertig gebundenes Buch ist manchmal auch der Kaufanreiz für viele Kunden und Kundinnen.

Das Binden der gedruckten Seiten ist der letzte Arbeitsgang bei der Buchherstellung. Heute wird die Buchbindung meist industriell gefertigt, der Prozess beruht aber auf einer sehr alten Tradition. Bis ins 19. Jahrhundert war Buchbinden ein Handwerk, bei dem alle Arbeitsschritte nacheinander und beinahe ausschließlich von Hand mit Hilfe weniger Werkzeuge erledigt wurden. Auch die künstlerische Gestaltung des Einbandes wurde früher vom Buchbinder übernommen – das ist heute die Aufgabe des Grafikers oder der Grafikerin.

Die grundsätzlichen Arbeitsschritte sind in ihren Grundzügen dem Handwerk noch immer ähnlich: Als erstes werden die bedruckten Seiten (meist große Papierbögen) gefalzt und ineinandergesteckt. So entstehen die so genannten Lagen. Diese werden der Paginierung folgend aufeinander angeordnet und in Folge –je nach Bindeart– zum Buchblock verarbeitet. Die gängigsten Bindearten sind die Fadenheftung und die Klebeheftung. Dabei ist die Fadenheftung eine sehr hochwertige Bindung, die meist bei schönen Hardcover-Ausgaben verwendet wird. Die Klebebindung ist weniger aufwändig und findet oft bei Taschenbuch-Ausgaben Anwendung. Der gebundene Buchblock wird beschnitten und eventuell mit Details bestückt bevor er schlussendlich mit dem Einband, der sogenannten Buchdecke, verbunden wird. Dies geschieht in den meisten Fällen durch das Einkleben der Vorsatzpapiere.

Buchbinden ist also gar nicht so schwer! Natürlich beherrschen professionelle Buchbinder und Buchbinderinnen Techniken und Prozesse, die für den Laien oftmals sehr schwer nachvollziehbar erscheinen. Aber trotzdem: Ein simples Büchlein ist schnell gebunden und einfache Bindearten können leicht erlernt werden. In den letzten Jahren entwickelte sich das Buchbinden zum Hobby vieler Menschen. Inspirationen dazu gibt es viele (beispielsweise auf Pinterest) und ein selbstgebundenes Büchlein, Fotoalbum oder Notizbuch ist ein ideales Geschenk für alle Bücherfreunde und -freundinnen. Falls Sie nun die Lust gepackt hat, selbst tätig zu werden, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme – bei Interesse organisieren wir gerne einen Workshop!

 

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